Oldtimerfreunde Angeln

 
 

 Oldtimerfreunde-Angeln.de / Oldtimer News / Geschichten, die das Auto schrieb

Geschichten, die das Auto schrieb


                                                   Sonntag, 03.October 2004

Jedes Auto hat seine Geschichte. Und jeder Autofahrer erzählt sie gern. Bei den Eckernförder Classics gab des Geschichten zu Dutzenden zu hören und zu sehen. Hunderte Besucher strömten am Wochenende an den Hafen und ließen sich vom Charme der Nostalgie verzaubern. Eckernförde Arne Peters Anna Eckard steuerte am Sonnabend mit ihrem Gehwagen zielsicher den Ford A Coupè von Henning Jensen an. Als sie 21 Jahre alt war, kam das Modell gerade frisch vom Band, war der letzte Schrei. Das war im Jahre 1930. Die 95 Jahre alte Dame aus Eckernförde erinnert sich:"Ich habe in den 30er Jahren bei Glazurit-Farbwerken in Hiltrup bei Münster gearbeitet, wo wir die Rezepturen für Autolacke ausgeschrieben haben", erzählt sie nicht ohne Stolz. "Vielleicht habe ich sogar die Rezeptur für diesen Wagen behandelt, wer weiß." Henning Jensen aus Dänemark ist Kavalier, zollt dem Alter Respekt, sowohl bei Menschen als auch bei Autos. So konnte er es nicht mit ansehen, wie der Ford in einem Apfelgarten an einer dänischen Tankstelle vor sich hinrostete. Kurzerhand kaufte er die "Rostlaube" für 25 Mark und restaurierte sie ganze acht Jahre lang. "Das hat mich 10.000 Mark gekostet", sagt der pensionierte Beamte und erzählt ein wenig: "Von 1930 bis 1962 diente das Auto als Monteurwagen einer dänischen Elektrizitätsgesellschaft." Innerhalb der nächsten zwei Jahre hatte der Wagen dann sieben Besitzer, die ihn verkommen ließen. "Der Wagen wurde nur als Spekulationsobjekt gesehen", sagt Jensen. Seit 1978 nutzt er das Auto für Reisen. Auch nach Eckernförde ist er damit gefahren, Höchstgeschwindigkeit: 105 km/h. Zuvor allerdings war er mit dem Wagen noch in Elmshorn, Braunschweig und Trittau. "Das Auto ist nicht nur zum Gucken da", ist seine Devise. Wer keine Augenzeugen aus vergangenen Zeiten hat, wirft einen Blick in die Wagenpapiere und landet mit seinen Gedanken vielleicht in Hollywood und Las Vegas. So wie Klaus Hillgruber, der vor 20 Jahren in der kalifornischen Wüste einen, wie er es ausdrückt, "Schrotthaufen" kaufte. Beim Blick in dien "Pink Slip", den amerikanischen Fahrzeugschein, stellte sich heraus, dass der Erstbesitzer des zerschlissenen Jaguar XK 120 DHC vom 1954 Dean Martin war. Seither fährt der Architekt und Bauingenieur das 160-PS-starke Geschoss. Ebenfalls aus den USA stammt der Packard 120 Sedan von Lothar Petersen. Der Kronshagener sah den Wagen mit Baujahr 1940 vor zwölf Jahren in New Orleans, wo er einem Handwerker als ganz normales Gebrauchsauto diente. Ein Angebot später gehörte er Petersen, der den Wagen mit dem Schiff nach Europa bringen ließ. "Alles in allem habe ich in die Restaurierung und den Transport bestimmt 45.000 Mark ausgegeben", sagt er und überlegt dann kurz. "Das reicht noch nicht mal." Nicht ganz so weit mussten Heidi und Rolf Hansen aus Esgrus bei Gelting reisen: Sie kauften ihren Cadillac, Serie 75, Baujahr 1938, vor vier Jahren einem holländischen Museum ab und restaurierten den 7-Sitzer in Eigenarbeit, bis sie im Juni die erste Spritztour mit ihm machen konnten. "140 PS hat der Wagen", erzählt Rolf Hansen, der sich mit seiner Frau bei Ebay die passende Kleidung aus den 30er Jahren gekauft hat. "Die braucht er auch für seine 2,3 Tonnen.k" Kein Wunder also, dass er 23 Liter Benzin auf 100 Kilometer verbraucht. Die 6. Eckernförder Classics gibt es demnächst auch im Fernsehen. Ein Filmteam des Norddeutschen Rundfunks verfolgte das Spektakel. Unter dem Titel "Automobil durch den Norden" wird Moderator Axel Bulthaupt am Sonntag, dem 26. September ab 14.15 Uhr auf N3 durch die Sendung führen.




Google+                       

Oldtimer Bildergalerie
Bilder von unseren
Ausfahrten und
Oldtimertreffen
finden sie hier.
 
 
 © 2018 Oldtimerfreunde-Angeln.de | Telefon (04637) 1777 | Telefax (04637) 1944 | E-Mail: info@oldtimerfreunde-angeln.de | Kontakt | Impressum